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10. Februar 2020, Know-how

 

Bargeldland Schweiz: Woran liegt's?

Die zunehmende Digitalisierung des Alltags zeigt sich auch im Zahlungsverkehr. Neue Bezahl-Apps wie TWINT, Google oder Samsung Pay ergänzen bestehende bargeldlose Zahlverfahren wie Kredit- oder Debitkarten. Dadurch macht sich in einigen Ländern wie zum Beispiel England oder Schweden, bereits ein Bedeutungsverlust von Bargeld als Zahlungsmittel bemerkbar. Doch welche Faktoren beeinflussen die Konsumenten bei der Wahl des Zahlungsmittels? Und welche Bedeutung hat Bargeld in der Schweiz noch als Zahlungsmittel?


 
Die Qual der Wahl: Bar, Karte oder Smartphone

In der Schweiz bieten die meisten Zahlungsorte der Bevölkerung eine freie Zahlungsmittelwahl. So kann jeder Konsument individuell entscheiden, welche Zahlung bar, mit Karte oder Bezahl-App getätigt wird. Orte an denen nur bargeldlos bezahlt werden kann, sind noch rar. Nicht so in England. 2014 hat London das Zahlen von Bustickets mit Bargeld abgeschafft. In Schweden werden bereits über 80 Prozent der Zahlungen mit Karten oder Bezahl-Apps abgewickelt. Bis 2023 soll Bargeld sogar ganz aus dem schwedischen Alltag verschwunden sein. Schauen wir auf die Schweiz, zeigt eine Studie der Schweizerischen Nationalbank, aus dem Jahre 2017, dass bei knapp zwei Zahlungen pro Person und Tag, immer noch 70 % der Zahlungen in bar gezahlt werden. Im Speziellen bei Einkäufen von kleinen Geldbeträgen überwiegt die Zahlung mit Nötli und Münz immer noch. Doch woran liegt das? Ist es die Gewohnheit? Oder die Angst des Konsumenten überwacht zu werden?

 

Macht der Gewohnheit

Für Dreifranken Fünfzig die Karte zu zücken, ist in den Köpfen der Schweizer und Schweizerinnen immer noch verpönt. Vereinzelt werden in Geschäften Kartenzahlungen erst ab einem gewissen Mindestbetrag akzeptiert. Da wir Schweizer im Durchschnitt etwa 65 Franken im Portemonnaie haben, ist Bargeld immer griffbereit und kann somit schnell gezückt werden. Überdurchschnittlich hoch ist die Bezahlung mit Bargeld für Beträge bis 20 Franken. Zwischen 50 und 200 Franken tendiert der Konsument eher auf die Bezahlung mittels Debitkarte. Und ab 200 Franken kommt vermehrt auch die Kreditkarte zum Einsatz, wie die nachfolgende Infografik der SNB zeigt.  



Die Angst vor der Überwachung  

Wird bargeldlos bezahlt, fällt die Wahl am häufigsten auf eine Debitkarte wie Maestro oder Postcard. Doch eine bargeldlose Zahlung benötigt Vertrauen. Vertrauen in das dahinterliegende Finanzinstitut sowie in den Datenschutz. Bezahlt der Konsument bargeldlos, beschleicht ihn leicht das Gefühl, überwacht zu werden. Zusätzlich birgt es die Gefahr von Datenklau und Betrugsfällen. Fehlt beim Konsumenten das Vertrauen in bargeldlose Zahlungsmittel, wird er öfters auf Bargeld zurückgreifen. Denn bei einer Barzahlung wird seine Transaktion weder zurückverfolgt noch werden Zahlungsmuster erfasst. Es zählt also das Sicherheitsgefühl bei der Nutzung von bargeldlosen Zahlungsmitteln. Denn wer sich sicher fühlt, greift eher einmal mehr auf eine Kredit- oder Debitkarte zurück.

 

Bargeld bleibt Mittel erster Wahl 

Bezahl-Apps wie TWINT, Google oder Samsung Pay sind zwar auf dem Vormarsch, werden aber immer noch von einer Minderheit genutzt. TWINT zum Beispiel wird im physischen Bereich, wie zum Beispiel an der Coop Kasse, noch wenig eingesetzt. Im Online-Bereich hingegen verzeichnet TWINT eine stetige Zunahme. Besonders häufig wird Geld aber von einem Nutzer auf einen anderen übertragen wie zum Beispiel zum Ausgleich einer geteilten Restaurantrechnung oder fürs Bezahlen des Babysitters. Auch wenn der Trend zu bargeldlosem Zahlen weiterhin zunimmt, hat Bargeld noch lange nicht ausgedient. Entscheidende Faktoren für die Wahl des Zahlungsmittels sind nicht nur das Vertrauen und die Gewohnheit, sondern auch das Alter. Es zeigt sich, dass jüngere Generationen heutzutage kaum mehr Bargeld auf sich tragen und ihren Alltag fast bargeldlos bestreiten. Während ältere Generationen vielfach nicht nur Bargeld im Portemonnaie, sondern auch als Wertaufbewahrungsmittel zu Hause verwahren.