Detailhändler fordern einheitliche Tarife für Zahlungen via App

 

Die Corona-Krise hat den bargeldlosen Zahlungsmitteln einen Boost verschafft. So wird zurzeit an den Kassen öfters neue Bezahlverfahren via Smartwatches, Apps wie Apple Pay oder die Cumulus-App verwendet. Der Bezahlvorgang ist hygienischer als mit Bargeld und geht zudem noch schneller. 

Auf Kosten der Detailhändler

 

Wie der Tagesanzeiger meldete, verursacht das Zahlen per App für die Geschäfte höhere Gebühren. Denn die neuen Zahlungsmittel gelten in vielen Fällen als Onlineverfahren. Gemäss Verband Elektronischer Zahlungsverkehr (VEZ) beträgt der Preisunterschied bis zu 1 % des Einkaufsbetrags. Der Grund ist, dass wenn ein Bezahlvorgang wie für einen Internet-Shop abgewickelt wird, die Informationen an einen Dienstleister übermittelt werden. Die Gebühren dieser Dienstleister sind einiges höher als die eigentlichen Transaktionsgebühren der Kreditkarten.

 

 

Die Krux beim Bezahlen per App

 

Eine Bezahlung per Smartphone kann an der Kasse auf zwei Arten geschehen. Bei der ersten wird die Transaktion wie bei einer Bezahlkarte abgewickelt. Heisst, das Smartphone sowie der Bezahlterminal des Händlers müssen mit einem NFC-Chip (Near Field Communication) ausgestattet sein bzw. diese Technik unterstützen. In diesem Fall wird die Zahlung gleich wie mit einer Bankkarte abgewickelt und die Gebühren sind identisch. Wird jedoch die Bezahl-App auf dem Smartphone nicht als Bezahlvorgang wie über eine Plastikkarte erkannt, werden die Bezahlinformationen an einen Dienstleister geschickt. Dieser wickelt die Zahlung wie in einem Internet-Shop ab. In diesem Fall entsteht eine zusätzliche Interchange-Gebühr, welche die Kosten für die Transaktion in die Höhe treibt. Für den Kunden fallen keine Gebühren an und er merkt nicht, welche der beiden Bezahlvarianten angewendet wird. Doch für die Detailhändler macht es Gebühren technisch einen grossen Unterschied.

Der VEZ fordert nun von den grossen Kartenorganisationen wie VISA und Mastercard, dass die Tarife für die verschiedenen Bezahlverfahren vereinheitlicht werden. Obwohl beide Unternehmen die Kritik zurückweisen, wird der Kampf um die Gebühren nun in die nächste Runde gehen.