EPI – das neue europaweite Bezahlsystem 

17. Mai 2021
 

In den letzten Jahren hat sich viel getan im digitalen Zahlungsverkehr. Und zusätzlich hat die Corona-Krise die Nutzung digitaler Zahlungsmethoden vorangetrieben. Viele Konsumenten haben kaum mehr Bargeld im Portemonnaie. Wer in der Schweiz oder in einem europäischen Land eine Kreditkarte besitzt, hat in den meisten Fällen Visa oder Mastercard im Portemonnaie. American Express ist weniger verbreitet und fristet in Europa und der Schweiz eher ein Nischendasein. Neben den grossen globalen Playern bestehen noch kleinere nationale Zahlungssysteme wie bspw. TWINT für die Schweiz. Diese Attraktivität von digitalen Zahlungsmethoden nutzen nun einige europäische Finanzinstitute und arbeiten seit einiger Zeit an einer gemeinsamen Lösung für ein neues einheitliches Zahlungssystem für Europa. EPI (Europäische Zahlungsverkehrsinitiative) soll der neue Standard in Europa werden und so die Abhängigkeit von Anbietern aus den USA auflösen. An der Initiative beteiligen sich zurzeit 31 Banken und Kreditinstitutionen aus Ländern wie Spanien, Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande, Finnland und Polen. Die Schweiz gehört noch nicht dazu. Das Ziel ist, dass EPI in Europa eine ernst zu nehmende Alternative zu den globalen Zahlungsanbietern wie Mastercard, Visa sowie Google und Apple Pay werden soll. 

Unabhängigkeit von internationalen Anbietern

 

Das Ziel der Initiative ist, einen neuen, einheitlichen Standard für Zahlungen im europäischen Raum zu schaffen. Die Initiative wird von der Europäischen Zentralbank (EZB) unterstützt. Diese fordert schon seit längerer Zeit, dass Europa im Zahlungsverkehr weniger abhängig ist von internationalen Anbietern wie bspw. den beiden US-Kreditkartenanbietern Mastercard und Visa als auch mobile Bezahldienste wie Google oder Apple Pay. So plant EPI nicht nur eine neue Karte, sondern auch eine digitale Geldbörse (Digital Wallet). Anhand EPI sollen in Zukunft alle Transaktionen im Handel, E-Commerce, Bargeldbezug sowie Bezahlungen zwischen Personen (P2P), wie man es aus der Schweiz mit TWINT kennt, möglich sein. Auch plant EPI lokale Bezahlsysteme wie bspw. das in Schweden verbreitete Swish zu integrieren. 

Was bietet EPI den Händlern und den Konsumenten?

 

Es wird nicht einfach sein, die Händler wie auch Konsumenten für einen Wechsel zu EPI zu gewinnen. Für die Händler verspricht EPI ein attraktives Preismodell, eine einfache Integration und verschiedene Zusatzleistungen. Für den Konsumenten möchte EPI eine preiswerte und europaweit akzeptierte Alternative zu den globalen Playern bieten. Zusätzlich lassen sich durch EPI als einheitliches Zahlungssystem, kosten sparen. Davon sollen Konsumenten sowie Händler gleichermassen profitieren.

 

Mit EPI soll im 2022 gestartet werden. Erst dann wird sich zeigen, ob EPI die etablierten globalen Anbieter wirklich vom Markt verdrängen können.

 

Weitere Informationen zur Initiative finden Sie hier.